Lexikon-Eintrag
Kalkulationsbasis
Datengrundlage zur Berechnung der Reparaturkosten in einem Schadensgutachten.
Definition
Die Kalkulationsbasis bezeichnet die Datengrundlage, auf der die Reparaturkosten im Schadensgutachten berechnet werden. Sie umfasst Ersatzteilpreise, Arbeitswerte, Stundenverrechnungssaetze, Lackmaterialkosten, Verbringungskosten und Nebenarbeiten. In Deutschland werden ueberwiegend die Kalkulationssysteme Audatex, DAT-SilverDAT und SchwackeNet verwendet. Sie greifen auf herstellerspezifische Datenbanken zu, die Original-Ersatzteilpreise und herstellerseitig vorgegebene Arbeitswerte enthalten. Der Stundenverrechnungssatz orientiert sich an markengebundenen Fachwerkstaetten in der Region des Geschaedigten. Bei einem Mittelklasse-Pkw liegen Stundensaetze typischerweise zwischen 110 und 160 Euro netto. Versicherer versuchen oft, auf guenstigere freie Werkstaetten zu verweisen. Der Bundesgerichtshof hat in mehreren Urteilen entschieden, dass der Geschaedigte Anspruch auf Markenwerkstattloehne hat, wenn keine gleichwertige guenstigere Alternative ohne Vertrauensverlust verfuegbar ist. Die Kalkulationsbasis muss im Gutachten transparent und nachvollziehbar dargestellt sein, einschliesslich der verwendeten Software-Version und des Datenstandes.
Verwandte Begriffe
Beilackierung
Mitlackierung angrenzender Bauteile zur Vermeidung sichtbarer Farbunterschiede nach einer Reparatur.
Verbringungskosten
Kosten für den Transport eines Fahrzeugs zwischen Karosserie- und Lackierbetrieb während der Reparatur.
Fiktive Abrechnung
Auszahlung des Schadenbetrags auf Gutachtenbasis, ohne dass das Fahrzeug tatsächlich repariert werden muss.
Kostenvoranschlag
Eine schriftliche Schätzung der Reparaturkosten durch eine Werkstatt, ohne unabhängige gutachterliche Bewertung.
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