Lexikon-Eintrag
Tatortskizze
Maßstabsgetreue Zeichnung des Unfallorts mit Fahrzeugpositionen, Spuren und Umgebungsdetails als Beweismittel.
Definition
Die Tatortskizze ist eine maßstabsgetreue oder skizzenhafte Zeichnung des Unfallorts mit allen relevanten Details: Endpositionen der Fahrzeuge, Schleuderspuren, Bremsspuren, Trümmerstücke, Verkehrszeichen, Ampelstellung, Sichthindernisse. Sie wird regelmäßig von der Polizei im Rahmen der Unfallaufnahme erstellt und ist zentrales Beweismittel bei der Rekonstruktion des Hergangs. Sie als Geschädigter sollten - sofern möglich und gefahrlos - eine eigene Skizze anfertigen oder zumindest das Geschehen mit Lichtbildern dokumentieren. Inhalte einer guten Skizze: Nordpfeil, Straßenverlauf, Fahrtrichtungen, Endposition, Aufprallpunkt, Fußgängerwege, Zeugenpositionen. Die polizeiliche Skizze ist Bestandteil der Ermittlungsakte und kann über einen Anwalt eingesehen werden (§ 147 StPO). Im Schadensersatzprozess wird sie als Beweismittel verwertet, oft kombiniert mit einem unfallanalytischen Sachverständigengutachten. Bei strittigen Hergängen kann ein Rekonstruktionsgutachten 1.500 bis 4.000 Euro kosten - die Kosten sind erstattungsfähig, wenn der Auftrag prozessrelevant war.
Verwandte Begriffe
Unfallaufnahme Polizei
Behördliche Dokumentation eines Verkehrsunfalls durch die Polizei mit Personalien, Hergang und Sachverhalt.
Beweissicherung
Die Dokumentation aller Schadensspuren und Umstände nach einem Unfall, um spätere Ansprüche durchsetzen zu können.
Zeugenaussage
Schilderung eines unbeteiligten Beobachters zum Unfallhergang als wichtiges Beweismittel.
Haftpflichtschaden
Ein Schaden, den ein Dritter verursacht hat und für den dessen Haftpflichtversicherung aufkommen muss.
Schaden in der Region? Wir helfen kostenfrei.
Bei unverschuldetem Haftpflichtschaden zahlt die gegnerische Versicherung – auch das Sachverständigenhonorar. Wir vermitteln einen unabhängigen Gutachter in 24 h.
Gutachten kostenlos starten